Eine wie ich finde witzige Art und Weise den Produktnutzen zu kommunizieren….;-))
Joachim Jauker
Es war einmal vor langer Zeit im Lande namens Gerryland, da saß ein kleiner Produzent mit dicker Brille und bastelte aus Stimmen, Geräuschen und Musiken kleine Werbespots. Als die Nacht hereingebrochen war und alle anderen Einwohner das Land bereits verlassen hatten, da packte auch der kleine Produzent mit der dicken Brille seine Siebensachen, löschte das Licht und schlenderte zur Tür. Es war eine Drehtür. Eine vollautomatische Drehtür! Sie war so vollautomatisch, dass sie plötzlich ohne erkenntlichen Grund vollautomatisch ihren Geist aufgab, just in dem Moment, in dem zwei ihrer Glasflügel gemeinsam mit dem Türrahmen einen geschlossenen stehenden Glassarg bildeten. In diesem Glassarg stand nun der kleine Produzent und schaute so verdutzt wie die Sieben Zwerge, nachdem sie das tote Schneewittchen gefunden hatten. Was war passiert? Warum war die blöde Tür plötzlich eingeschnappt? Vermutlich hatte er etwas gesagt, was die Drehtür in den falschen Hals gekommen hatte - so wie Schneewittchen den vergifteten Apfel. Also begann er, besänftigend und beschwörend auf die Tür einzureden. „Sesam öffne dich!“ … Und: „Rucke di gu, rucke di gu, dreh dich im Nu!“ … Und: „Knusper, knusper, kneuschen, ich will aus dem Häuschen!“ Jedoch: die Tür blieb eingeschnappt, und kein Prinz war weit und breit, ihn zu befreien. Da wusste er: es blieb ihm keine andere Chance, als es mit dem Erlkönig zu versuchen – vorletzter Vers, zweite Zeile.
Es ist das Kind des ineffizienten Effizienzstrebens und des unbeugsamen Willens, der selbst vor physikalischen Schranken nicht Halt machen möchte.
Ja ABER, …
… man könnte doch alle „Einatmer“ herausschneiden; das spart sicher 3 Sekunden. Ja ABER, … man könnte doch den Spot noch durch die Time-Compression jagen; das spart sicher noch mal 2 Sekunden. Ja ABER, … man könnte doch die Kreation von 5 auf 2 Sekunden kürzen; da fallen weitere 3 Sekunden weg. Ja ABER, … könnten wir den Spot nicht auch doppelt so schnell sprechen lassen; da gewinnen wir locker 5 Sekunden.
Sie merken schon: das Quetschmonster kämpft mit Argumenten. Und haben die erst mal Ihren Willen durchbrochen (um den gesunden Werberverstand zu durchbrechen, sind sie nicht stichhaltig genug), dann fängt das Quetschmonster an, zu fressen. … Und das frisst viel.
Es frisst Verständlichkeit, denn von einem Spot, der einem in 20 Sekunden 10 Fakten um die Ohren haut, bleibt nichts hängen - außer einem schlechten Gefühl.
Es frisst Wirkung, denn ein Spot, in dem kein Platz ist für Dramaturgie, der wird keinen Hörer bewegen.
Es frisst Hörgenuss, denn ein Spot, der dem Hörer den letzten Nerv raubt, statt ihm etwas Zeit und ein angenehmes Erlebnis zu schenken, der wird niemanden glücklich machen.
Es frisst Kreativität, denn wer alleine für die Aufzählung der Vorteile und die Nennung der Kontaktadresse 18 Sekunden benötigt, dem bleiben – wenn er einen 20-Sekünder schalten möchte – nur 2 Sekunden für die Verpackung.
Nicht zuletzt frisst das Quetschmonster auch noch Nerven und Zeit, die bei der Debatte um das 1000-Liter-Wasserbecken (s.o.) auf der Strecke bleiben. Manchmal frage ich mich:
Was würden wohl die Buchstaben, Wörter und Sätze eines durchschnittlichen Radiospots empfinden, wenn sie die Hühner einer Legebatterie sehen könnten? Ich vermute: Neid.
Dabei dürfte es doch gar nicht so schwer nachvollziehbar sein, was das Quetschmonster beim Radiohörer anrichtet.
Stellen Sie sich vor, Sie sind mit dem Mann, der versprochen hat, Sie glücklich zu machen, zu einem exklusiven Essen verabredet und er sagt: „He, wir haben genau 5 Minuten Zeit. Lass uns doch schnell ein katalanisches Rebhuhn mit Oliven-Sardellen-Füllung und Trüffeln in Endiviensauce genießen!“
Oder Ihre Frau kommentiert Ihren Ausdruck der Erschöpfung nach einem langen Arbeitstag mit den Worten: „Wenn dir 2 Minuten genügen, würde ich dir schnell eine sinnliche Massage verpassen!“
Glauben Sie, dass es einen „schnellen Genuss“ und eine „schnelle Sinnlichkeit“ gibt? Ich kann mir beides nicht so recht vorstellen. Ebenso wenig kann ich mir vorstellen, dass sich Erbsenzählerei in der Radiowerbung auszahlt.
Ich möchte deshalb nur jedem, der einen Einfluss auf die Länge und den Inhalt eines Radiospots hat, raten:
Geben Sie dem Quetschmonster keine Chance!
Nun ist es soweit!!
Ich schreibe meinen ersten Beitrag in unseren neuen Gerryland Blog.
Der Gerryland Blog “…aus dem Agenturalltag” wird Sie künftig über alles was uns täglich so beschäftigt unterhalten und manchmal auch informieren. Bloggen darf bei Gerryland jeder der möchte.
Bloggen ist für mich eine wunderbare Art in Dialog mit Kunden, Freunden und Geschäftspartnern zu treten. Ich bin davon überzeugt, dass Web 2.0, Blogs, Podcasts, Videocasts, etc. die klassischen Medien nicht nur ergänzen werden, sondern in Zukunft auch in der Unternehmenskommunikation unverzichtbar wird.
Basierend auf dieser Erkenntnis haben Gerald Huter und ich entschlossen ein drittes Standbein unserer Agentur zu schaffen. GERRYLAND NEW MEDIA. Künftig können Sie von uns nicht nur ausgezeichnete Funkspots und exzellente Printkampagnen erwarten, sondern auch den passenden integrierten Webauftritt.
Gerryland New Media bietet digitale Lösungen für integriertes Marketing. Der Fullservice umfasst neben der strategischen Beratung, kreativen Konzeption, technischen Umsetzung auch die Media-Leistung. Der Konsument hat im digitalen Zeitalter mehr denn je das letzte Wort. Deshalb heißt digitales Marketing für uns, alle Instrumente (print, web, audio) auszuschöpfen, um den Konsumenten entlang des Customer Lifecycle optimal zu begleiten. Dies alles mit dem Ziel, eine starke und langfristige Beziehung zu gestalten und diese immer wieder zu optimieren.
Ich wünsche Ihnen viel Spass mit unserem Blog….und lassen Sie sich überraschen, was bei uns alles so passiert.
Ihr Joachim Jauker
