Ich weiß nicht mehr wann es war und wie es geschah, doch eines Tages streifte mein Weg ein kleines Dorf namens Brunn im Landkreis Neustadt an der Aisch. Hier erspähte ich ein Hinweisschild mit der Aufschrift „Erstes Bayerisches Rundfunkmuseum Schloss Brunn“. Ich wunderte mich etwas darüber, dass sich hier in diesem kleinen Nest überhaupt eine Sehenswürdigkeit befand, geschweige denn ein Rundfunkmuseum in einem Schloss, ließ mich aber von dem Hinweisschild aufgrund meines üppigen Freizeitvorrats gerne überreden, eine kleine Bildungspause einzulegen. Was mir das Hinweisschild verschwiegen hatte: das Museum war noch geschlossen. „Vom 1. Mai bis Ende Oktober an jedem Sonn- und Feiertag nachmittags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Ganzjährig nach Vereinbarung.“ Kein Problem, aufgrund des entfallenen Frühstücks schlug die Uhr in meinem Bauch gerade 12, und so hatte ich Gelegenheit im ca. 8 Kilometer entfernten Neustadt a. d. Aisch meinen Magen zu besänftigen und einer etwas skurrilen Veranstaltung beizuwohnen. Nach einer Pizza, einer Apfelschorle, drei Gläsern Rotwein, vier Portionen Eis, acht Zigaretten, zwei Pils und einem Espresso (bis auf Pizza, Apfelschorle und Espresso alles erlogen) machte ich mich wieder auf den Weg nach Brunn. Wenn ich ehrlich bin: außer der Befriedigung meiner Neugier versprach ich mir von dem Besuch nicht allzu viel, wurde aber bald eines Besseren belehrt. Was die Herren vom Museumsverein hier auf kleinstem Raum zusammengetragen haben ist ein beeindruckendes Sammelsurium aus Detektorempfängern, Röhrenempfängern, Volksempfängern, Grammophonen, Lautsprechern, Transistorradios, Autoradios, Kofferradios, Musikschränken, Bauteilen, Prüf- und Messgeräten, Studiotechnik, Tonbandgeräten, Originalaufnahmen, Dokumenten, Fernsehgeräten, und, und, und … Übrigens: auch die Herren selbst sind sehenswert, wenn sie neben der Museumskasse auf roten Samtpolstern über Transistoren und Röhren fachsimpeln, antike Geräte zerlegen, selbstgebackenen Kuchen schlemmen und ab und zu ein bisschen Kaffee verschütten.
Noch ein schöner Link zum Thema: Schneewittchensarg & Katzenkopf – Eine Chronik der Rundfunkgeschichte Deutschlands. Die Jahre 1923 bis 2000.
Sollte irgendwann einmal einer Ihrer Kunden auf die Idee kommen, Sie zu fragen, wie denn ein guter Werbespot auszusehen hat, dann haben Sie jetzt eine ganz einfache Möglichkeit, ihm zu antworten. Sie knöpfen einfach Ihr Jackett auf und präsentieren ihm das T-Shirt mit eingebautem Equalizer. Dann erklären Sie ihm anhand der Pegelausschläge, warum der Attentiongetter gerade hier und nicht woanders sitzen muss, wie sich die Stimme eines Synchronsprechers von der seiner Vorzimmerdame optisch unterscheidet und weshalb er seinen Jingle auf gar keinen Fall von seiner Schwägerin singen lassen sollte, weil die doch im Kirchenchor ist.
Allerdings gibt es bei dieser anschaulichen Demonstration ein kleines Problem:
Nach der jauker’schen Kleiderordnung vom 21.07.2008 (siehe hier!), würden Sie sich mit Ihrem T-Shirt unweigerlich als Modemuffel outen und womöglich Ihren Job riskieren. Aber was soll’s? Notfalls könnten Sie dann als wandelnder Lautsprecher für Gehörlose arbeiten.
Gerryland braucht sich um Nachwuchs keine Sorgen zu machen. Der nächste Produzent/Sprecher/Texter ist geboren. ( Wir wollen ein wenig Spielraum in Bezug auf seine Berufswahl lassen ). Es ist ein strammer Junge über 8 Pfund schwer und 53 cm lang. Name: Jonas! Der glückliche Vater ist unser Raffi, Produzent im G-ländle, und stolz wie Oskar. Mikrophon, Mischpult und ähnliches Equipment ist im Nätscherschen Haushalt vorhanden, damit der junge Mann gleich in seinen zukünftigen Beruf hineinwachsen kann. Das kräftige frei-schreien der Stimmbänder ist also nicht nur erlaubt, sondern gewünscht. Mit Stimmübungen kann man nicht früh genug anfangen, wissen wir Profis. Dank eigenverantwortlicher Nachwuchsproduktion der Mitarbeiter wird es im GL auch künftig personalmäßig nicht zu Engpässen kommen. Allerdings steht noch nicht fest wer den nächsten Nachwuchs produzieren wird. Ich werde Sie auf dem laufenden halten!! c- biene