Die ganze Automobilbranche jammert, schreit nach “Staatsmutti” Angela Merkel und reduziert ganz nebenbei noch sämtliche Werbeetats, um am Ende noch weniger zu verkaufen und den “Karren” noch tiefer in den Krisengraben zu manövrieren. Die sogenannte “Abwrackprämie” oder nennen wir sie der Förmlichkeit halber mal “Umweltprämie” erwischt die Branche daher ziemlich unvorbereitet.
Man war eher mit Nichtstun beschäftigt und plötzlich stehen Kunden in den deutschen Autohäusern….die am Ende noch ein Auto kaufen wollen. Umweltprämie sei Dank.
Liebe Autohäuser und Hersteller. Lassen Sie sich mitreissen von dieser Euphorie! Investieren Sie in eine Chance und verkaufen Sie Automobile.
Aus Marketingsicht schlägt die Abwrackprämie voll ein. Kompliment an die Regierung!
Zum Rückrundenstart der Bundesliga….viel Spaß!
Johannes Kreidler hat Aktienkurse der Lehman Brothers, Bank of America, GM, Microsoft, Warner und einigen anderen mit dem MS-Tool vertont… So klingt also die Wirtschaftskrise

Sehr schöne Guerilla-Idee zur Bewerbung des “BRING YOUR KIDS TO WORK DAY”. 500 Büros wurden in einer Nacht und Nebel-Aktion auf diese Art überrascht….;-)
Die Prämie in Höhe von 2.500 Euro erhalten Autobesitzer, die ihren mindestens neun Jahre alten Wagen verschrotten und dafür einen Neu- oder Jahreswagen kaufen. Nach Plänen der Bundesregierung soll die Prämie auch für Leasingverträge gelten.
Das Konzept scheint aufzugehen: So meldet der Bundesverband der freien Kfz-Händler, dass die Abwrackprämie wie eine Initialzündung beim Neuwagenverkauf wirkt. “Wir hören derzeit Meldungen aus der Branche die klingen mehr als euphorisch”, sagte Helmut Blümer vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) gegenüber der “Welt”. JOM schätzt, dass in diesem Jahr durch die Prämie bis zu 400.000 Neuwagen verkauft werden. Insbesondere beim Kleinwagenkauf lohnt die Verschrottung alter Karossen. Theoretisch könnten mit dem eingeplanten Prämien-Volumen von 1,5 Milliarden Euro 600.000 Autos abgesetzt werden.
Auch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young sagt voraus, dass die Abwrackprämie den Verkauf ankurbelt. Laut ihrer Umfrage hat sich jeder Dritte, der einen Neukauf plant, wegen der staatlichen Förderung dafür entschieden. Insgesamt wollen neun Prozent der 1040 Befragten in diesem Jahr ein neues Auto kaufen.
Wegen dieser positiven Entwicklung prognostiziert JOM prognostiziert eine zum globalen Automobilmarkt antizyklische Entwicklung der Werbemaßnahmen in Deutschland, das Niveau der Werbeinvestitionen aus dem Vorjahr dürfte konstant bleiben. JOM rechnet damit, dass die Werbegelder der Hersteller deutlich stärker in Abverkaufswerbung fließen. Profiteure seien die Medien Plakat, Radio und das Internet.
Zufälligerweise sind das genau unsere Geschäftsfelder….
Quelle: w&v
Viel Spaß!
„Nun legen Sie sich erst mal hin Herr Würzburg und entspannen Sie sich. Und dann erzählen Sie mir in aller Ruhe, wo er drückt … der Schuh.“
„Ja also, das ist so. Mein Nachbar, der Herr Schweinfurt, der macht mir in letzter Zeit ganz schön zu schaffen. Der spielt sich immer so auf, als sei er was Besseres …“
„Verstehe. Das ist natürlich ein Faustschlag in die Magengrube Ihres Selbstwertgefühls …“
„So ist es.“
„Und wie gehen Sie damit um?“
„Eigentlich gar nicht. Ich bin nämlich so hin und her gerissen, … geradezu innerlich zerrissen bin ich, dass meine Handlungsfähigkeit völlig gelähmt ist …“
So oder so ähnlich könnte sich eine Therapiesitzung anhören, wenn eine Stadt zum Psychoanalytiker ginge. Denn die Psyche einer Stadt ist der eines Menschen analog. Was dies konkret heißt, möchte ich anhand einiger Beispiele aufzeigen:
Ein Mensch definiert sich über seinen Beruf, eine Stadt über ihre Wirtschaft. Ein Mensch definiert sich über seine Vergangenheit, eine Stadt über ihre Geschichte. Ein Mensch definiert sich über seine Freizeitaktivitäten, eine Stadt über ihr Freizeitangebot. Ein Mensch definiert sich über seine positiven Eigenschaften (Qualitäten), eine Stadt über ihre Lebensqualität. Ein Mensch definiert sich über seinen gesellschaftlichen Status, eine Stadt über ihr Ansehen/ihre Bedeutung. Ein Mensch definiert sich über sein Alter, eine Stadt über ihre Altersstruktur. Ein Mensch definiert sich über seinen Wohlstand, eine Stadt ebenso. Die Aufzählung ließe sich noch fortsetzen, doch dies soll genügen. Stattdessen möchte ich noch auf andere Unterscheidungsmerkmale in der Psyche einer Stadt hinweisen, die für deren Imagepflege und Markenpositionierung von Bedeutung sind. Es handelt sich um die Charaktereigenschaften. Wenn ich die Psyche einer Stadt wie die eines Menschen analysieren kann, dann ist es auch möglich, für eine Stadt ein Charakterprofil zu erstellen und dieses in die Markenstrategie mit einzubeziehen.
Wie möchte eine Stadt wahrgenommen werden? Und wie wird sie tatsächlich wahrgenommen?
Als eher traditionell oder modern? Als eher konservativ oder fortschrittlich? Als rational oder emotional? Als ernst oder heiter? Beherrscht oder temperamentvoll? Heimatnah oder weltoffen? Naturverbunden oder technisiert? Rustikal oder kultiviert?
Wie definiert sich Ihre Heimatstadt? Und welchen Charakter hat sie und welches Imageproblem?
Schicken Sie sie in die Sprechstunde von Dr. Urban Metropolis, Montag bis Freitag 9 bis 18 Uhr oder nach Vereinbarung.
„Eine Stadt ist ein Mensch.“
Semantisch betrachtet ist dieser Satz Unsinn. Doch er veranschaulicht etwas, wenn man ihn als Metapher versteht. Er macht deutlich, dass eine Stadt ihrem Wesen nach eher einem Menschen entspricht als beispielsweise einem Produkt. Deshalb sollte sich eine Stadt bei ihrem Werbeauftritt mehr an „der Imagepflege“ eines Menschen orientieren als an der Markenführung eines austauschbaren Massenartikels. Eine sehr behutsame Vorgehensweise ist bei dieser Imagepflege angebracht, da zwischen den „städtischen Lebensäußerungen“ und den Erwartungen der „Stadtkonsumenten“ eine sensible Abhängigkeit besteht.
Wie wird aus einem Produkt ein Markenprodukt, wie aus einer Stadt eine „Markenstadt“?
Bei der Entstehung eines Markenproduktes wird das leblose Produkt als Projektionsfläche benutzt, auf das der Konsument seine Bedürfnisse und Sehnsüchte projiziert. Der Konsument selbst fungiert dabei als Projektor, während die Werbung als Steuerungssoftware dient und die Werbeagentur als Programmierer. Durch die Projektion des Konsumenten wird dem leblosen Produkt Leben eingehaucht. Folge: es entsteht ein Markenprodukt.
Auch bei der Entstehung einer Markenstadt wird das Werbeobjekt – nämlich die Stadt – vom Konsumenten als Projektionsfläche verwendet. Allerdings ist diese Projektionsfläche kein toter Gegenstand, sondern ein lebender Organismus, der durch seine Lebensäußerungen selbst einen Film projiziert. Und zwar in Richtung Konsument. Der Konsument bekommt also zwei sich überlagernde Filme gezeigt. Nämlich den, den er mit Hilfe der Werbung selbst projiziert und jenen, den die Stadt aussendet.
Dieser Vorgang ist vergleichbar unseren Projektionen, die wir auf unsere Mitmenschen richten. Bei diesen Projektionen kommt es häufig vor, dass sich unser projiziertes Bild (der eigene Film) nicht mit der Realität unseres Gegenübers deckt. Ist dies der Fall, werden wir veranlasst, unser Bild, das wir von diesem Mitmenschen hatten, zu korrigieren und der Realität anzupassen.
Für das Image einer Stadt ergibt sich daraus folgende Konsequenz:
Um beim Konsumenten keine Irritationen und Missverständnisse auszulösen und gleichzeitig ein möglichst vorteilhaftes Image aufzubauen, sollten sich die beiden Bilder/Filme so ähnlich wie möglich sein, aber auch so unterschiedlich wie nötig. Die Arbeit einer Werbeagentur sollte bei der städtischen Imagepflege also eher der Arbeit einer Stilberaterin (od. Visagistin) ähneln, die die Stärken einer Person betont und deren Schwächen kaschiert oder in Stärken ummünzt (vergl. gutes Make-up und schlechtes Make-up).
Genau wie eine Stil- oder Persönlichkeitsberaterin das äußere und innere (seelische) Bild eines Menschen erfassen muss sowie das Potential das in beiden Bildern steckt, so sollte das Stadtmarketing das äußere und innere Bild einer Stadt erfassen sowie dessen Entwicklungspotential.
Für einen Werber, der mit der Imagepflege einer Stadt betraut wurde, dürfte es also lohnend sein, einmal etwas ausführlicher über Stil-, Typ- und Persönlichkeitsentwicklung nachzudenken.
Die neue E-Klasse von Mercedes-Benz mit einer Testfahrt für die Sinne.
Konzert in E mit Diane Reeves und Jean Alesi.
Agentur: JvM/next
Was eine Marke ist, glaubt jeder zu wissen, der eine Diesel-Jeans von einer Levi’s unterscheiden kann und einen Aston Martin von einem Porsche. Doch was eine Marke tatsächlich ist, bleibt selbst manchem Werber verborgen. Diesen Eindruck könnte man gewinnen, wenn man Städteslogans auf ihre Sinnhaltigkeit überprüft.
„Pforzheim: Immer mittendrin.“ … M.E. etwas daneben für eine Stadt, die weltbekannt ist für ihre Schmuck- und Uhrenindustrie.
„Karlsruhe: Viel vor, viel dahinter.“ … Ein Spruch, der zwar als Kampagnenslogan taugt, doch als Städteslogan dem Charakter von Karlsruhe nicht gerecht wird.
„Ludwigshafen: Überraschend anders.“ … Eine überraschend nichts sagende Aussage über eine Stadt, in der BASF den größten zusammenhängenden Chemiestandort der Welt betreibt.
Macht so etwas Sinn?
Wenn ein Städteslogan signifikante Merkmale einer Stadt kurz und prägnant auf den Punkt bringt, dann ist er geeignet, diese Stadt bei ihrer Positionierung als Marke zu unterstützen. Erfüllt ein Städteslogan diese Anforderung jedoch nicht, dann hat er das Potential, das Image der Stadt zu maskieren oder gar zu verschleiern. Er setzt also der Stadt eine Maske auf – wie im Karneval – oder vernebelt deren Image. Bei sehr vielen Städten ist wohl eher Letzteres der Fall.
Weshalb dies so ist, darüber kann ich nur mutmaßen. Ein Grund könnte sein, dass sich in den vergangenen Jahrzehnten vermehrt die Eigenheit verbreitet hat, Städte wie Markenprodukte zu behandeln. Dabei wurde allerdings – wie es scheint – häuft übersehen, dass eine Stadt kein austauschbares Produkt ist, sondern ein gewachsener Organismus. Im Gegensatz zu einem Massenartikel, der durch das „Überstülpen“ einer Marke erst seine Identität erhält, besitzt eine Stadt aufgrund ihrer geschichtlichen Entwicklung bereits ein mehr oder weniger stark ausgeprägtes Image. Der Vergleich mit einem Massenartikel, dem man eine beliebige Identität verleihen kann, hat wohl manche Werber zur Annahme verleitet, man könne Gleiches auch mit einer Stadt tun. Doch dies funktioniert schon alleine deshalb nicht, weil eine Stadt eher einem menschlichen Wesen ähnelt als einem Produkt. Wenn man einem Menschen ein künstliches Image überstülpt, dann kann er dieses Image nur ausfüllen, wenn er beständig eine Rolle spielt - eine Leistung, die man von einer Stadt kaum erwarten darf.
Ein weiteres Argument gegen diese Vorgehensweise ist, dass ein aufgepfropftes Image, wenn, dann nur mit einem immens hohen und konstanten Werbedruck mit der Stadt verwächst. Dies dürfte allerdings den Werbeetat der meisten, wenn nicht gar aller Städte sprengen.
Doch es lauern noch andere Fallen auf dem Weg der städtischen Markenpositionierung:
Da physische Unterscheidungsmerkmale bei Produkten kaum oder gar nicht mehr gegeben sind, suchen Werber nach relevanten Differenzierungsfaktoren im emotionalen Erleben. Dass dies im Hinblick auf den „unendlichen Weltraum“ der menschlichen Psyche mitunter ein recht abenteuerliches Unterfangen werden kann, liegt auf der Hand. Unter anderem deshalb, weil der „irdische Boden“ physischer Merkmale den „Werbekosmonauten“ zu langweilig erscheint und sie deshalb lieber gleich in „seelische Galaxien“ vorstoßen, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Dort verlieren sie dann allzu leicht den Kontakt zur Bodenstation. Völlig losgelöst und schwerelos wie Major Tom schwebt dann die Werbebotschaft nebst Markenimage irgendwo zwischen Sirius und Wassermann. Im Falle von Städten sieht das dann folgendermaßen aus: … „Menden: Stadt woanders.“ … „Kaiserslautern: Wer uns findet, findet uns gut.“
Warum man „statt woandershin“ gerade nach Menden kommen sollte, wird verschwiegen. Ebenso, weshalb man ausgerechnet „nach Kaiserlautern finden muss, um es gut zu finden“. Das erzählt dann vermutlich eine relativ temporär wirkende Imagekampagne und diverse Werbemittel, deren Botschaften bisher noch nicht zu mir durchgedrungen sind. Hätten Menden und Kaiserslautern einen Slogan vergleichbar dem von Stuttgart, dann könnte ich mir alleine aufgrund des Slogans – ohne Kampagne und Werbemittel! – ein vages Bild von diesen Städten machen. Ein Slogan wie „Die Bäderstadt, die alles hat“ lässt mich vermuten, dass das Stadtbild Stuttgarts auch von größeren Parkanlagen und klassizistischen Bauwerken mitgeprägt wird sowie von Einrichtungen, die für Bäderstädte typisch sind. Außerdem ist von „die Bäderstadt“ die Rede und nicht von „die Badestadt“. Ein Hinweis, dass es mehrere dieser Einrichtungen geben muss. Das Bild einer reinen Industriestadt scheidet aufgrund des Slogans deshalb aus. Und das einer reinen Bäderstadt ebenfalls (…, die alles hat).
Dass bei der Markenpositionierung von Produkten physische Unterscheidungsmerkmale eine untergeordnete Rolle spielen, ist nachvollziehbar, da beispielsweise technische Neuerungen in kürzester Zeit von anderen Herstellern nachgeahmt werden können. Bei einer Stadt ist dies anders. Ähnlich wie es für einen Menschen schwer sein dürfte, dauerhaft in die Rolle eines anderen zu schlüpfen, so dürfte es auch recht unwahrscheinlich sein, dass eine Stadt eine andere komplett kopiert.
Fazit: Wenn physische Unterscheidungsmerkmale fehlen (wie das heute bei Produkten der Fall ist), dann bleibt auch bei Städten nichts andere übrig, als nach emotionalen Differenzierungsmöglichkeiten zu suchen. Doch solange es noch physische Merkmale gibt (wie im Falle vieler Städte), ist bei der Markenpositionierung ein Vorpreschen in seelische Gefilde eher fragwürdig.