Kreuz und quer durch Deutschland
Eine Geschichte mit 396 Städten, Ortschaften, Stadt- und Ortsteilen sowie 4 Siedlungen, 4 Straßen, 1 See, 1 Pass und 1 Zeche.
1979, kurz vor Ostern. Ich war mit meinem Benz unterwegs von Ahrensdorf nach Behrensdorf, als mich ein lautes Poing und langes Züsch aus meinen Gedanken schreckten.
„Na nu? Benzin alle“, grübelte die Frau in mir.
„UnSinn! Ein leerer Tank macht doch keine Geräusche“, brummte der innere Mann zurück, „wir haben bestimmt `nen Radbruch oder Platten!“
Er hatte Recht. Also öffnete ich den Kofferraum und begann, unter all dem Krempel, Kraam und Nippes nach dem Reserverad zu suchen. Dabei hätte ich wohl auf Passanten einen äußerst Rathlosen Eindruck gemacht. Und am Ende meiner Suche auch einen radlosen. Ohne meiner inneren Frau Gelegenheit zu einem hysterischen Anfall zu geben, streifte ich den Regenmantel über, setzte eine von Motten zerfressene Kappe auf und machte meinen ganz persönlichen Ostermarsch. Mitten durch die Engelbrechtsche Wildnis und die Blomesche Wildnis, eine Ewigkeit am Inn entlang. Leider hatte ich kein’ Schaalby, weshalb mir der Regen Kalt den Hals hinunterlief. Meine Feuchtwangen schmerzten vor Kälte, und ich Nieste und musste Husten. Schließlich fand ich Zuflucht in einem kleinen Dorf: Busendorf! … Oder war es in Busenberg, Busenbach, Busenhausen Oderin Busenweiler? Egal. Jedenfalls war’s ein Busenwunder. Denn kaum saß ich dort im Neuwirtshaus an der zur Bierhütte umgebauten Bar, war ich im Nu von Acht Frauenzimmern umringt. Ilse, Irmtraut, Karoline, Karin, Linda, Lotte, Rosine und die etwas förmliche Nicollschwitz, die auf ihren Familiennamen Schwitz besonderen Wert legte.
Warum es mich Fremdling denn ausgerechnet in diese Gegend und dann auch noch in dieses Hühnernest verschlägt, wollte eines der Oschätzchen Wissen.
„Pech mit Benz“, knurrte ich mies gelaunt.
„Und wo Wohnste“, fragte eine andere.
„In irgendeinem Verlorenort In den Karpathen“, antwortete ich mit einer Lüge.
„Das liegt doch bestimmt in Übersee“, mutmaßte eine von den Weibern naiv.
„Nee, das nicht, Mädle, aber trotzdem ziemlich Verne!“
Irgendwann ging mir das GeQuassel auf den Sack und ich wandte mich dem Wirt zu.
„Einen Oberbrändi, bitte! … Ach ja und zwei Biere! … Und kann man hier auch was Essen. Hab nämlich Hunger wie ein Hungriger Wolf!“
„Was woll’n Sie denn haben? Büchsenschinken? Wassersuppe? Ein Linsengericht mit Knoblauch? `Nen gefüllten Remagen mit Grünkraut? Oder ein Halbs Hänchen? … Als Nachtisch hätte ich noch Süssen Mandel Kuchen!“
„Mir egal. Hauptsache kein’ Kuhfraß.“
Ich wollte mir gerade Meine Zigarette anzünden, als ein Hübscher Boy mit einer wasserstoffblonden Barby die Gaststube betrat.
„Die kommt bestimmt aus Puppendorf“, sinnierte ich, und mein Puls begann, sich etwas zu beschleunigen.
„Hey, was glotzt’n so, du olle Sexau“, bellte der Jüngling.
„Hä? Was? Wie? … Meinst du mich?“, versuchte ich den Unbedarften zu spielen.
„Na wen denn sonst, du Langweiler? Glaubst’ wohl, ich Merkenich, wie du mein Mädle anstarrst? Du, ich sag dir, Siehdichfür“, drohte mir das Halbe Hemd.
„Ey, jetzt reg dich mal ab“, begann ich den Lässigen zu mimen, „wenn ich’s nötig hätte, ginge ich nach Poppenweiler, wo viele Tussenhausen, und würde mir selbst `n paar Tittenkofen.
„Du, ich sag dir, werd’ bloß nicht Patzig und spiel den Frechen, gell, sonst verpass ich dir `ne Maulschelle, dass dir zwei Oedeme im Gesicht wachsen“, giftete der kleine „Kenn“ und fuchtelte mit seiner Hand vor meiner Nase herum. „Noch so `ne kesse Lippe und du kriegst `n paar aufs Ohrdruf!“
Ich hatte gute Lust, ihn umzupusten, doch ein Wettringen war mir zu Kindisch. Ich dachte mir einfach: „Orschelecker“ … und fragte den Wirt, Ob ich mal von seinem Telefon aus anrufen könne.
„Wenn’s nicht um die Halbe Welt ist“, brummelte er.
„Nee, muss nur meiner Firma Bescheid geben!“
Ich wählte. … „Knarrrrrr … knarrrrr … knarrr-knarrrrrrr … knarr-knarr-knarrrr …… taa-tüü-tiiiiit … taa-tüü-tiiiit“. Das Verwähltzeichen klang wie Obervogelgesang. Ich versuchte es erneut. Nach einigen Sekunden meldete sich Fraurombach.
„Na, Herr Lederhose, Sie Lustiger Strumpf, wo zum Kuckuck treiben Sie sich denn wieder herum“, flötete sie mir ins Ohr.
„Steh bei Busendorf mit `nem kaputten Radevormwald. … Gleichamberg, fast im Strassgräbchen.“
„In Busendorf? Machen Sie kei’ Schlechtewitz!“
„Nee, Ohnewitz! Geben Sie mir mal Herrn Kuhbier!“
„Okay! … Ach nee, ich dachte, der Sayda, aber der is’ schon im Feierabend!“
„Sonnschied! … Dann Herrn Wildemann!“
„Der is’ beim Fischen im Allgäu. Wallerfangen.“
„Ja, Leck mich doch … Und Herr Muggensturm?“
„Is’ Zschocken!“
„Ja Grossengottern, es können doch nicht alle Vehlen! Schauen Sie doch noch mal, ist denn wirklich Kayna da?“
„Doch! Zscharlie Zschepplin!“
„Gut, dann Zscharlie Zschepplin!“
„Ich Fahrbinde! … Tschü-üüüs!“
Ich lauschte dem Telefonsignal. „Ist das nicht zum Lachen“, grübelte ich. „Das ist doch Derwitz! Während ich in der Gegend Rhumspringe, Fahren die in die Weitewelt, um sich in der Sonne zu Aalen! Na Wart, die können Wasserleben! Denen werde ich die Löhne kürzen, … dieser Sachsenbande!“ … Klack … tüt-tüt-tüt-tüt-tüt …
Fraurombach war nicht nur Oberhäslich, sondern auch ziemlich Kleingeschaidt, sprich: Ihr Denkorgan war nicht größer als ein Katzenhirn. Kein Wunder, sie wohnte am Demenzsee.
Wie ich aus Erfahrung wusste, taugten ihre Finger nur zum Nägellackieren, nicht zum Verbinden. Deshalb sparte ich mir einen weiteren Anruf, bestellte beim Wirt einen Kaffee und suchte mir ein Plätzchen Hinterm Ofen, um ein bisschen zu Lehsen.
„Hey, du“, Hörde ich irgendwann eine Stimme, „pflegst du hier das Einselthum?“ Es war Linda, eine von den Acht Göhren. Sie hatte sich auf den Tisch gesetzt, auf dem Meine Zeitung lag, und reckte mir ihren prallen Schenkelberg entgegen. Ihre Fleischwangen glühten, ihr Mund leuchtete Kirschroth.
„Na, Meine Wildetaube, suchst du ein warmes Plätzchen am Caminchen?“
„Wenn schon, dann am Kamin. Aber eigentlich wollte ich bloß den Röhrkasten anmachen.“
Sie warf mir noch einen Rhönblick über die Schulter und dann eine Münze in die Jukebox. Inzwischen Cham der Wirt mit der Kaffeekanne. Ihr Inhalt: Schwarze Pfütze. „Nehms wie’s kommt“, dachte ich mir und schüttete das Gebräu hinunter. Währenddessen las ich die Schlagzeilen:
Diebstahl bei Goldschau in Pforzheim. Ringfurth!
Mettmann schleppt schwere Kist aus dem Kella. Schnellin die Glienick. Am Grossen Bruch operiert.
Wetter: orkanartige Boen, Geiselwind und Hoheluft Feuchtigkeit.
Traumurlaub: Campen in idyllischer Lage mit Seeblick.
Böser Schabernack! Jüdische Grabstede geschändet.
Nach Missernte im Runkel Rübeland: Mehltheuer!
Laussig! Trainer von Eintracht Prügel Wirft Handtuch.
Spannend! Neuer Radegast beim Großen Preis.
Tragisch! Kinder Gingen an der Fils Baden. Taucha konnten nur noch Leichnam Bergen.
Gross Welle spülte Grossbadegast über die Rehling. Ertrunken!
Dumm gelaufen! Sie machten nur Petting in Hymendorf. Trotzdem schwanger.
Tragödie beim Paaren im Glien: Pillenbruch!
Rotlichtviertel in Keuschberg: Die Neuengörs bringen Schwung ins Bufleben.
Schock! BombenAnschlag auf Staats Eigenthum kostet Dreileben.
Schließlich war ich auf der Witze-Seite angelangt und las gerade den neuesten Priestewitz und Nonnewitz:
„Ein Priester und eine Nonne spielen Schach. Sagt die Nonne …“
„So, Herr Lederhose“, unterbrach der Wirt Meine Lektüre, schwer keuchend, „hier wäre dann auch schon Ihr Essen: Ein Büchsenschinken, eine Wassersuppe, ein Linsengericht mit Knoblauch, ein gefüllter Remagen mit Grünkraut, ein Halbs Hänchen und Süssen Mandel Kuchen.“
Mir fiel die Kinnlade bis zum Boden.
„Wa-wa-warum so viel“, stammelte ich.
„Sagten Sie nicht: Mir egal?“
„Äh … ja …“
„Eben Darum! Wenn’s jetzt zu Vielist, sind Sie selber Schuld! … So ist das hier. Wer nicht Weisswasser will, kriegt, was er bezahlen kann. … Sie können doch bezahlen, oder? Nicht dass Sie so ein Habenichts aus Betteldorf sind.“
„Na ja, wenn Ihnen mit ein paar Schillingen gedient ist. Ein Schillingsfürst bin ich nicht gerade …“
„Jetzt machen Sie sich mal keine Sorge, Meine Gäste sind alle nur Klein Zecher. Hier is’ alles Oberbillig.“
Ich stocherte Lieblos im Essen herum und suchte nach einem Haar in der Wassersuppe und nach anderen Gründen, weniger zahlen zu Müssen. Sind da nicht eindeutig zu wenig Frücht auf dem Kuchen? Von Grossbeeren konnte jedenfalls nicht die Rhede sein. Auch hatte der Wirt nicht explizit einen Grosskuchen angeboten, weshalb üblicherweise ein Kleinkuchen hätte Kommen Müssen. Und sagte er nicht auch: Halbs Hänchen? Das hier war zweifellos ein Halver Hahn. Und der Büchsenschinken? Hm? … Der schmeckte wie Fisch aus der Dose. Und im Kuchen war garantiert Faulebutter drin. Ach, was sag ich - ein fauler Butterberg …
Klirrrrr! … Das Hörde sich an, als seien in der Küche mehrere Tellerhäuser eingestürzt.
„Zscherben bringen Güterglück“, kommentierte Linda, die auf dem Tanzfleck neben der Jukebox gerade einen Twist versuchte.
„Maxsain“, gab ich zur AntWorth und ließ meinen Blick durch die Gaststube wandern. Dabei stolperte er dummerweise über Kenn, der auf dem Hauptstuhl in der Bierhütte hockte und mich herausfordernd fixierte.
„Pst, pass auf“, zischte Linda, „mit dem is’ nicht gut Birken–Honigsessen. Der is’ Niemandsfreund, ein ganz Oberbösa. Der muss Immer Motzen. … Außerdem hat er den Schwarzen Gürtel. Den 7. Dahn!“
„Worin“, fragte ich, „im BlumenPressen? Im Maasen Stemmen? Im Protzen? Oder im Niedersachswerfen?“
„Pssst! Nicht so laut“, versuchte Linda die brenzlige Situation zu retten.
Zu spät. Klein-Kenn hatte mitgehört und bahnte gerade ein Neuärgerniß an.
„Ey, hör ma’ zu, du hässliche Kröte“, fing er an, „wenn du hier Oberstreit suchst, ne, dann werd’ ich dir eine Scheuern, dass du zurück nach Luschendorf oder Memmendorf fliegst, wo du herkommst, klar?“
Ich machte eine betont lässige Geeste der Zustimmung, um mein Gesicht zu Waren und stand auf – was Kenn gar nicht gefiel.
„Nickenich!!!“ … brüllte er und: „Niedersetzen!“
„Aber ich wollte doch nur …“
„Laaber nich’ rum, sonst trete ich dir Meine Vorderhufe auf den Rüssel, dass deine Nasenbeine Brechen!“
„Wieso Beine“, rätselte ich.
„Schwaig!!! … Duuuu, ich sag dir, Sichtigvor, sonst kriegst du Meine Blauhand zu Spören! Von dir lass ich mich nicht durch den Kakau ziehen! Von dir nicht!“
Ich schaute in die Runde, um die Lage zu peilen.
„Jaaa, schau nur! … Siehdichum“, … tönte Kenn selbstgefällig. „Das Sixtnitgern, dass d’ in der Zwickmühle hockst, gell?“
Ein Nicken verkniff ich mir diesmal, und ein Kopfschütteln ebenso. Dieser Bengel war einfach noch Dümmer als ich dachte. Darum Cham es mir sehr Wohlgelegen, dass der Wirt die Rechnung brachte.
Meine Schillinge reichten natürlich nicht. Aber ich hatte noch ein paar Dollart-Scheine gefunden. Sie steckten in der Tasche vom Regenmantel, den ich einmal während eines Manövers von den Amis geklaut hatte. „Clauen zahlt sich eben manchmal aus“, sagte ich mir. Dieses Mantra gab meinem Gewissenruh und mir die Zuversicht, trotz Verstoßes gegen das 7. Gebot, die Himmelspforten zu durchschreiten und dem Fegefeuer zu entkommen. Letzteres musste ich ganz schnell revidieren. Mir wurde Hundsübel. Warin meinem Sechs-Gänge-Menü am Ende doch etwas drin, was nicht drin sein sollte? Drogen vielleicht? Wenn’s nicht so ist, Willich Kabelhorst Heißen.
Ich beschloss, Meine Recherche an anderer Stelle fortzusetzen und schleppte mich, von Winden geplagt, einen Pups nach dem anderen lassend, ins Klo. Dort herrschte dicke Hundeluft. Ich musste Pforzen und Kotzen. Kaum hatte ich mein Gesees – ein Wohlmannsgesees, wie ich betonen möchte – auf der Schüssel platziert, schoss Meinkot in einem dicken Schwall aus der Arschkerbe. Na ja, wenigstens hatte ich keinen Postau. Doch noch Immer fühlte ich mich Oberkaka. Verzeihung – Elend!
„Aua, Meine Kehl!“
Ich machte ein paar Tastungen an meinen Lymphknoten. Sie Schwollen an. Dicke Schweißperlen glänzten auf meiner Stirn und das Blut rauschte in den Ohren.
„Haste vielleicht `ne Vergiftung mit Atzelgift“, fragte ich mein Spiegelbild. „Dann musste schnell nach Krankenhagen, Arzthofen oder zum Doktorshof - Magen auspumpen lassen!“
„Jetzt mach dir ma’ nicht in die Lederhose und Tauche den Kopf unter Wasser“, beruhigte ich mich. „Das hilft Lindern!“
„Stimmt“, antwortete ich mir selbst, „nur, Weil ich ein bisschen auf dem Kloschwitz und Übelhör, brauche ich nicht gleich Panik zu Schieben.
Ich drehte also den Hahn auf, doch offenbar war ich hier bei den Wasserlosen. Es kam nur ein Rinnsal. „Ich Wartin 100 Jahren noch, wenn ich Taucha spielen will“, überlegte ich und zog es vor, eine Kopfdusche zu nehmen. Nach einer zehnminütigen Kneippkur trat ich erfrischt durch die VorderThür und sah gerade noch Kenn, der mit seinem Hückeswagen mit Allrath-Antrieb davondüste.
„Gott sei Dank“, seufzte ich erleichtert und begann meinen Fußmarsch Richtung Reifenberg, wo ich ein Benz Rade Billig zu erstehen hoffte.
Ich war Wohlgemuth. Die Regen Wolken hatten sich verzogen, ein Zebelin kreiste am Himmel, um zu Werben und ein Vogelsang irgendwo in der Waldidylle. Keine Ungedanken brachten mich auf die Idee, dass ich mich auf dem Holzweg befinden könnte. Ich hatte gerade ein Gross Kreutz mit Altenvers passiert, das neben einem Tiefensee unter Weiden aufragte, als ich hinter einer Kurve unverhofft dem Bösen Kenn gegenüber stand. Er lehnte breitbeinig an seiner Klitsche und sah so aus, als wolle er nicht bloß Rheden. Ich musste vor Schreck Halbhusten.
„Aha! Findenwirunshier“, sagte er mit einer Stimme, die so verheißungsvoll klang, wie eine Letzte Ölung.
„Oha“, stotterte ich, „komm mir bloß nicht Allzunah!“
Kenn tat genau das Gegenteil. Ich dachte daran, Reißaus zu nehmen. Doch im Laufen war ich nie besonders gut. Schon gar nicht gegen einen Allrath-Antrieb. Deshalb entschied ich mich für einen lauten Notschrei.
„Hiiiiiiilfeeeee!“
Keine Antwort. Es herrschte Schwaigen im Wald.
Es gibt Momente, da Wünsch ich mir Mermuth. Dies war so ein Moment.
Plötzlich – gerade als meinem Mund ein letztes „Thumirnicht“ entfleuchte – Hörde ich eine geheimnisvolle Stimme im Ohr, die mich siezte.
„Tötensen“, zischte sie mir zu. „Tötensen!“
Wie ein tollwütiger Killerhund preschte ich nach vorne und attackierte Klein-Kenn, indem ich ihm ins linke Orbis. Mal lag ich Owen, dann wieder Kenn. Mal wälzten wir uns am Boden, dann wieder im Graben. Mal rammte ich ihm meinen Dünfus in die Auggen, mal bearbeitete er mich mit seinen Hammerfäusten. Schließlich brachte ein zufällig herumliegender Ziegelstein die Entscheidung. „Sterbfritz“, presste Kenn durch seine Potzehne und schickte mich mit einem kräftigen Schlag dorthin, wo die armen Seelen und die Todenhausen.
Das war es nun, mein letztes Abentheuer auf dieser Heimaterde. Dreißig Monate dauerte es, bis mein Leichnam in einer Grube gefunden wurde und Meine Lieblingszeitung titelte:
„Grauen im Finsterwalde Nahe Busendorf. Tod nach Ringelai.“
Noch heute ziert die Fundstelle ein Lindenkreuz mit der Inschrift „Unser Fritz“. Sie finden es in der nach mir benannten Flurgemarkung „Beim Todenmann“, gleich neben dem Mordberg. Und sollten Sie sich jemals an Allerheiligen in diese Gegend verirren, dann vergessen Sie bitte nicht, ein paar Volkerzen für Fritz Lederhose anzuzünden, der hier an dieser Stelle – garantiert nicht aus Freienwill - eine Frohe Zukunft gegen ein kühles Grab tauschte.
Wer weiß? Vielleicht hätte er besser nach Ostereistedt fahren sollen – so kurz vor Ostern.
Hier eine alphabetische Liste merkwürdiger Ortsnamen
Der wahrscheinlich längste Blogeintrag der Welt…;-)