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Werbung: ein Motor der Kultur

Höhlenmalerei

Höhlenmalerei

28158 v. Chr.
Kuruk, ein Cro-Magnon-Mensch, sitzt in seiner Höhle und pinselt Jagdszenen an die Wände. Weshalb tut er das? Um die Geister der Jagdtiere zu beeinflussen? Um seiner Sippe zu zeigen, dass er ein großer Jäger ist? Wie dem auch sei – in beiden Fällen handelt es sich um Werbung.

1193 n. Chr.
Im präkolumbianischen Amerika verziert eine Pueblo-Indianerin Tongefäße mit traditionellen Ornamenten. Weshalb macht sie sich diese Arbeit? Damit die Götter der Ernte dafür sorgen, dass sich die in den Gefäßen gelagerten Lebensmittel länger halten? Oder weil ihr schön verzierte Gebrauchsgegenstände die Wertschätzung anderer Sippenmitglieder einbringen? Wie auch immer – in beiden Fällen handelt es sich um Werbung.

1494 n. Chr.
Leonardo da Vinci malt für Ludovico Sforza „Das letzte Abendmahl“. Weshalb hat Sforza ausgerechnet dieses Bild in Auftrag gegeben? Um die Gläubigen im Dominikanerkloster Santa Maria delle Grazie in ihrem Glauben zu bestärken? Um Gott als Buße für seine Sünden ein Opfer zu bringen und milde zu stimmen? Oder um dem Klerus zu zeigen, was für ein gottesfürchtiger Mann er ist? Egal. In allen drei Fällen macht Sforza Werbung.

Wenn man bedenkt, dass der Mensch als soziales Wesen ständig bestrebt ist, Zuwendung und Wertschätzung zu erhalten - ob von seinen Mitmenschen oder von Göttern und Geistern – und diese Zuwendung und Wertschätzung durch direkte oder indirekte Beeinflussung zu erlangen sucht, dann handelt es sich bei einem Großteil unserer Kulturschätze um Werbemittel und Werbeträger. Das heißt: unsere Kulturgeschichte wäre ein Nebenprodukt von Werbung. Oder – um einen anderen Vergleich zu wählen - eine Dauerwerbesendung.

Also, liebe Werbemuffel: Nicht mehr über blinkende Banner, volle Briefkästen und Werbeunterbrechungen aufregen! Ihr wollt euch doch nicht als Kulturbanausen beschimpfen lassen, oder?

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