Stoßgebet für Stoßverkehr?

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Kürzlich stolperten meine Augen über diesen PKW, der neben einer Kirche parkte. Die optische Hürde war für sie einfach zu groß, als dass sie ungehindert hätten darüber hinweg s(g)ehen können. Als ich die Farbkombination Silbergrau-Schwarz-Gold erblickte, wusste ich sofort – warum auch immer: “Das muss etwas Religiöses sein!” In Begleitung hatte dieser erste Gedanke einen zweiten, der da lautete: “Die Motorhaube sieht aus wie ein Grabstein.” Die Trägheit meiner Masse hatte mich schon ein Stück weit an dem blechernen Schriftstück vorbei bewegt, als ich die Bremse trat, den Rückwärtsgang einlegte und meine Füße vor dem Kühlergrill dieses ominösen Objektes einparkte. Was ich in altdeutscher Frakturschrift nun las, nötigte mir ein breites Grinsen ins Gesicht.
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“VW unser im Himmel, geheiligt werde … etc. etc. … In Ewigkeit Vollgas.”
So, so, da ist also ein Ökosünder unterwegs (vermutlich gerade in der Kirche bei der Beichte), der das “Vater unser” für seine Zwecke missbraucht, um dem ungebremsten Fahrvergnügen zu huldigen. Doch ist es ihm auch bewusst, so fragte ich mich, dass aufgrund der Farbkombination und der Schriftform sein Tod gleich mitfährt, ohne explizit genannt zu werden? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, suchte ich an dem Fahrzeug nach weiteren Informationen und fand sie auf der Heckscheibe. In goldenen Lettern leuchteten dort die Kontaktdaten eines Unternehmens für Sandstrahlarbeiten, Beschriftungen, Aluminiumbeschichtungen etc. etc.
Mmmmh …. mmmmh … jaaaaa … Was soll man da sagen? Gute Werbung oder schlechte?
Ohne die Frage abschließend beantwortet zu haben, setzte ich in Gedanken ans Ende des Gebetes - statt des fehlenden AMEN - ein OMEN.

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