Gestern Abend bei IKEA. In der Möbelausstellung erklingt ein Werbespot, der mich freundlich darauf hinweist, dass das Bezahlen an der Expresskasse viel, viel schneller geht. Weshalb also Zeit verlieren?
Einige Minuten später: Von ca. 20 Kassen sind vier geöffnet. Drei „langsame“ Kassen und eine sog. „Expresskasse“. An allen vier Kassen Schlangen, die einem jegliche Illusion rauben, dass man heute noch einmal einen Biergarten von innen sieht.
Ich versuche abzuschätzen, wo es am schnellsten geht, kann aber nirgends eine Vorwärtsbewegung erkennen. Auch nicht an der Expresskasse. Also reihe ich mich in die Schlange ein, die mir am kürzesten erscheint. In einer viertel Stunde schaffe ich gerade mal drei Meter.
Fünf Minuten später. Die Leute wirken angespannt und halten Ausschau nach einem gelb gekleideten Menschen, der sich vielleicht erbarmt und eine weitere Kasse öffnet. Doch da kommt niemand. Ich schau mich ebenfalls um. In den anderen Warteschlangen sieht’s nicht besser aus. Wenn’s im Tegut Schlangen gibt, dann ruft immer eine freundliche Stimme: „Frau Soundso, bitte Kasse besetzen!“ Hier bei IKEA tut das niemand. Ich überlege, ob ich meine Einkäufe einfach stehen lassen und gehen soll. Andererseits wäre es auch schön, sie einem IKEA-Mitarbeiter einfach an den Kopf zu werfen. Doch außer dem Jüngling an der Kasse ist da niemand.
Endlich hab ich’s geschafft. Nach 35 Minuten. Draußen verabschiedet sich gerade die Sonne von mir. Und ich mich von IKEA. Vielleicht für immer.