Wir fühlen uns ein bisschen geschmeichelt. Und auch etwas geehrt:
Es kommt die Zeit, da fliegen einem “Sale” und “Schlussverkauf” und “allerallerallerletze Spartagus” wieder nur so entgegen. In riesigen roten Lettern, versehen mit Sternchen und allem Brimborium, was es eben so zur Aufmerksamkeit braucht -nach Ansicht vieler Werber.
Dass es aber auch ganz anders geht, nämlich subtil, edel und geschmackvoll, beweisen unsere Schweizer Kollegen. Denn das Einkaufszentrum Sihlcity bewirbt in der untenstehenden Anzeige zwar auch einen Sale, es weiß diesen aber anders in Szene zu setzen. Nämlich mit einer guten Portion Kreativität und so, dass sogar unsereiner als Werberle gerne hinschaut und nicht abgestumpft abwinkt. Ich habe mich jedenfalls ziemlich gefreut, dass es auch anders geht.
Wie in den letzten Jahren sinken die Auflagen der deutschen Zeitschriften stetig weiter. Laut vorläufigen Zahlen der IVW verkauften die Verlage im 2. Quartal ca. 2,7 Prozent weniger Auflage als im 2. Quartal des Vorjahres.
Vor allem die “Schwergewichter” der Branche müssen starke Verluste hinnehmen. “Spiegel” und “Stern” verloren gegenüber dem Vorjahr deutlich und nähern sich bedrohlich der Auflagen-Schalllgrenze von einer Million Exemplare. Gruner + Jahrs Flaggschiff “Stern” büßte 2,4 Prozent (minus 24.537 Exemplare) seiner Auflage gegenüber dem zweiten Quartal 2007 ein. Die “Spiegel”-Auflage sank parallel um 23.760 Exemplare oder um 2,3 Prozent auf 1,027 Millionen. Zulegen konnte dagegen Konkurrent “Focus”. Das Burda-Magazin meldet ein Auflagenplus von 5,7 Prozent und 40.454 Exemplaren (gesamt: 752.000).
Zu den größten Verlierern gehören vor allem auch die Frauenzeitschriften: “Alles für die Frau” verlor rund 32 %, “Jolie” verlor ca. 22 % auf das letzte Jahr.
Gewinner waren unter anderem die Fernsehzeitschrift “TV Digital” mit zusätzlichen 9,3% Wachstum und das allseits bekannte und beliebte Magazin “Landlust” mit einem sagenhaften Auflagenanstieg von 85,2%.
Die geplante Fusion der GfK, dem größten deutschen Marktforschungsinstitut mit Sitz in Nürnberg, mit dem englischen “Mafo-Kollegen” TNS (Taylor Nelson Sofres) ist zwar vorerst gescheitert. Doch die GfK “dreht den Spieß um” und will nun ihrerseits der TNS ein Kaufangebot vorlegen und sich zu diesem Zweck mit einem langfristig orientierten Investor verbünden, weil ihr die nötigen Eigenmittel fehlen. Diese Gespräche seien aber noch in einem frühen Stadium. Über den Namen des Investors und die Höhe ihrer Offerte schwieg sich die GfK aus.
Mit einer Übernahme könnte die GfK durchsetzen, den Sitz des neuen Übernehmens in Nürnberg zu belassen. Der Grund für den Widerstand von Seiten des Gfk- Stammsitzes und der bayrischen Landesregierung war schließlich unter anderem die Befürchtung, durch die Fusion und den anschließenden Umzug nach London Arbeitsplätze in Nürnberg zu verlieren. Diese scheinen vorerst gesichert.
