Werbung im Schaufenster einer Commerzbank-Filiale

Werbung im Schaufenster einer Commerzbank-Filiale

Etwas nachdenklich stimmte mich diese Werbung im Schaufenster einer Commerzbank-Filiale:
“Greifbares Wachstum statt Inflation: unsere Anlage in realen Werten.”
Angesichts der Finanzkrise und der daraus resultierenden allgemeinen Verunsicherung eine Botschaft, die in mir teils widersprüchliche Assoziationen weckt.
Ist Geld bei der Commerzbank nicht mehr sicher? Empfiehlt sie mir deshalb eine Flucht ins Gold und andere “reale Werte”? Gibt es dort außer Geld noch weitere “irreale Werte”, auf die ich zugunsten von Gold verzichten sollte? Und wie lassen sich all diese Gedanken mit den Botschaften verbinden, die neben diesem Motiv im Schaufenster hingen? Ein bisschen erinnert mich diese Werbung an folgende Situation: Ein Kunde kommt in ein Warenhaus, um sich eine Kaffeemaschine zu kaufen. Ein Kundenberater sagt zu ihm: “Kaufen Sie lieber einen Staubsauger, denn die Kaffeemaschinen gehen morgen alle kaputt.” Als er mit einem neuen Staubsauger das Warenhaus verlässt, hört er, wie ein anderer Berater einer Kundin zu einer Kaffeemaschine rät.

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Die Welt im Thilo-Sarrazin-Look

thilosarrazinlookIn diesem Beitrag geht es nicht um Werbung, jedoch um ein Thema, das Werbung tangiert, weil es mit ihr in der selben Suppe schwimmt. Das Thema heißt Mode, die Suppe Zeitgeist.
Welcher “Zeitdämon”, so rätselte ich vor einigen Wochen bei einem Einkaufsbummel, hat die Modemacher in dieser Saison geritten? Blau karierte Hemden, grün karierte Hemden, rot karierte Hemden, bunt karierte Hemden. Die Welt liebt es kleinkariert, manchmal auch großkariert. Hauptsache kariert. Weshalb? Ganz klar: Die Welt braucht einen Rahmen, um sich daran festzuhalten. Das Quadrat wirkt stabil, geordnet, übersichtlich, einfach. Es erinnert an die eigenen vier Wände, die einem Schutz bieten und das Böse aussperren. My shirt is my castle. Vielleicht auch mein Gefängnis. Schließlich hat sein schickes Gittermuster eine auffallende Ähnlichkeit mit den Schwedischen Gardinen, die derzeit Julian Assange zu schaffen machen. Apropos Schwedische Gardinen: Würde es nicht genügen, allen Menschen, die die Gesellschaft gerne weg sperren möchte, das Tragen von kleinkarierter Kleidung zu verordnen? Ich meine, Menschen fallen doch gerne auf jeden Hokuspokus herein.
Zum Beispiel auf Schulterklappen. Die sehen aus wie Griffe, und an Griffen kann man sich gut festhalten, wobei wir wieder beim Thema “Halt” wären.
Oder auf Knöpfe. Ich habe selten so viele überflüssige Knöpfe gesehen wie in dieser Saison. Zum Beispiel Knöpfe, um hochgekrempelte Ärmel zu fixieren. Diese Knöpfe halten also etwas fest, was auch von alleine hält und sind deshalb so nützlich wie Bremsen an einem Auto ohne Räder. Ebenso die Knöpfe an Hemdkrägen. Drei Knöpfe um einen Kragen festzuhalten, der bereits angenäht ist!!! Wovor haben wir eigentlich Angst? Dass ein Windstoß den Kragen erfasst und mitnimmt? Oder dass in naher Zukunft sehr vielen Menschen aus diversen Gründen der Kragen platzt?
Tja - in Zeiten von Bankenpleiten traut man niemandem mehr. Nicht einmal einem Hemdkragen.

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Wer nicht wirbt, stirbt

bestattungsinstitutAls ich kürzlich durch die nächtlichen verschlafenen Gassen eines Provinznestes flanierte und kleinststädtische Häuserfronten fast vergeblich um meine Aufmerksamkeit buhlten, da gewann das Rennen schließlich ein Anti-Kanditat aus dem alternativ-horizontalen Gewerbe. Aus der sterbenslangweiligen Häuserzeile jenseits der Straße drängte sich ein Objekt hervor, das an Tristesse kaum zu überbieten war: Das Schaufenster eines Bestattungsinstituts, dessen Deko – inklusive Gardinen – seit 50 Jahren nicht mehr gewechselt worden zu sein schien. Das Ganze wirkte wie eine Bild gewordene Symphonie der Verwesung. Selbst die Hauswand hüllte sich in einen zarten Trauerflor.
Wer mag bei einem solchen Anblick ans Sterben denken? Vergeht einem da nicht jeder Suicidgedanke?
Ich finde: mit einem todschicken Corporate Design, sähe auch Gevatter Tod etwas freundlicher aus.

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Gestern Abend bei IKEA. In der Möbelausstellung erklingt ein Werbespot, der mich freundlich darauf hinweist, dass das Bezahlen an der Expresskasse viel, viel schneller geht. Weshalb also Zeit verlieren?
Einige Minuten später: Von ca. 20 Kassen sind vier geöffnet. Drei „langsame“ Kassen und eine sog. „Expresskasse“. An allen vier Kassen Schlangen, die einem jegliche Illusion rauben, dass man heute noch einmal einen Biergarten von innen sieht.
Ich versuche abzuschätzen, wo es am schnellsten geht, kann aber nirgends eine Vorwärtsbewegung erkennen. Auch nicht an der Expresskasse. Also reihe ich mich in die Schlange ein, die mir am kürzesten erscheint. In einer viertel Stunde schaffe ich gerade mal drei Meter.
Fünf Minuten später. Die Leute wirken angespannt und halten Ausschau nach einem gelb gekleideten Menschen, der sich vielleicht erbarmt und eine weitere Kasse öffnet. Doch da kommt niemand. Ich schau mich ebenfalls um. In den anderen Warteschlangen sieht’s nicht besser aus. Wenn’s im Tegut Schlangen gibt, dann ruft immer eine freundliche Stimme: „Frau Soundso, bitte Kasse besetzen!“ Hier bei IKEA tut das niemand. Ich überlege, ob ich meine Einkäufe einfach stehen lassen und gehen soll. Andererseits wäre es auch schön, sie einem IKEA-Mitarbeiter einfach an den Kopf zu werfen. Doch außer dem Jüngling an der Kasse ist da niemand.
Endlich hab ich’s geschafft. Nach 35 Minuten. Draußen verabschiedet sich gerade die Sonne von mir. Und ich mich von IKEA. Vielleicht für immer.

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Allmächtiger!

Eine Großfläche am Wegesrand, irgendwo in Mittelfranken. Darauf: Eine Nonne, die optisch und verbal so echt wirkt, wie Pamela Andersons Brüste. “Gott kann nicht alles regeln. Für uns bleibt noch genug zu tun”, meint Schwester Lucia Segler.
Ich weiß ja nicht, welche Bibel das Alter Ego von Frau Segler gelesen hat, doch in der Bibel, aus der mir als Kind immer gepredigt wurde, ist die Rede von einem “allmächtigen” Gott. Und ein allmächtiger Gott kann alles regeln. Auch ohne Schwester Lucia.

Einfach amüsant, welchen Unsinn Werbefachleute verzapfen können, wenn sie besonders intelligent werben möchten.

gott_kann_nicht

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Wenn der Wolf Kreide frisst

Neulich erhielt ich den Link zu einem Video, das mir zwar nicht neu war, doch bei der zweiten Durchsicht neue Aspekte zeigte: „Der Wolf und die sieben jungen Geißlein“ in deutscher Fassung.

„Ist Social Media nur eine Modeerscheingung“

… fragt gleich zu Beginn eine Stimme, die so manipulierend klingt, dass jedes Social Media-Geißlein hellhörig werden sollte. Nein, natürlich nicht. Social Media ist keine Modeerscheinung. Social Media gibt es, seit sich Lebewesen irgendwo zusammenfinden, um sich in irgendeiner Form auszutauschen. Zum Beispiel am Lagerfeuer, im Wirtshaus, beim Metzger oder in der Kirche. Somit ist es auch nicht „revolutionär oder der größte Umbruch seit der Industrialisierung“. Denn die begann Ende des 18. Jahrhunderts, hundert Jahre vor der Erfindung des Telefons und des Autos sowie der Entdeckung der Elektrizität – die den ganzen Hype erst ermöglicht.

„Im Jahr 2010 wird die Generation des neuen Jahrtausends die Zahl der Babyboomers zahlenmäßig überholt haben“

Die Generation des neuen Jahrtausends? Soll das heißen, es gibt nur eine Generation in diesem neuen Jahrtausend? Schlechte Zukunftsaussichten. Die Bezeichnung „Net Generation“ wäre sinnvoller gewesen, klingt aber nicht so spektakulär. Doch genau so soll es klingen, obwohl doch die klassische Werbung so verpönt ist bei Social Networkern.
Übrigens: Der am schnellsten wachsende Bevölkerungsanteil auf Facebook sind – das sagt dieses Video auch - 55- bis 65-jährige Frauen. Also Babyboomer. Das heißt: „Die, die gerade überholt werden, holen gerade kräftig auf.“

„Social Media hat Pornographie als die häufigste Aktivität im Netz verdrängt“

Ist „Pornographie im Netz“ nicht auch eine Form von Social Media?

„Der Zeitraum bis 50 Millionen Nutzer erreicht waren: Radio 38 Jahre, TV 13 Jahre, Internet 4 Jahre“

Was will mir der Absender der Botschaft hier mitteilen? Ich könnte auch fragen: Was möchte er, dass ich aus seinen Worten herauslese? Dass Radio schlechter ist als TV und TV schlechter als Internet, nur, weil sich das eine schneller ausgebreitet hat als das andere? Das hieße auch: Die Spanische Grippe ist besser als eine Borreliose.
Davon abgesehen, dass es zu Beginn des ersten Rundfunks nur etwa 2 Mrd. Menschen gab (und 1987 aber schon 5 Mrd. und 1999 6 Mrd.), sollte man bedenken, dass die Anfänge von Radio und TV in Krisenzeiten fielen, in denen sich diese neue Technik kaum jemand leisten konnte. In Deutschland war das selbst in den 60er Jahren noch so. Die Ausbreitung des Internet dagegen fällt in eine Zeit des Überflusses und die Menschen waren, auch dank Radio und TV, gut darauf vorbereitet. Ohne die klassischen Massenmedien wäre das Internet in seiner heutigen Form nicht existent.

„Wenn Facebook ein Land wäre, wäre es das viertgrößte der Welt.“

Wieder so ein Größenvergleich, der mehr suggerieren soll, als er aussagt. Die Bedeutung eines Landes bemisst sich nicht nach Quadratkilometern und Einwohnerzahl. Hat sich die Welt seit Facebook verbessert? Haben Social Networks Kriege, Wirtschaftskrisen und die Missachtung der Menschenrechte verhindert? Gerade der Blick aufs vergangene Jahrzehnt macht deutlich, dass die Menschheit – zumindest in ihrem Sozialverhalten – keine revolutionäre Veränderung zum Besseren vollzogen hat. Eine neue Technik macht noch lange keinen besseren Menschen.

„Der am schnellsten wachsende Bevölkerungsanteil auf Facebook sind 55- bis 65-jährige Frauen.“

Mit welcher Begründung sollte dieser Umstand für Social Networks sprechen? Das ist mir ein Rätsel.
Haben 55- bis 65-jährige Frauen eine höhere Sozialkompetenz als andere Bevölkerungsgruppen, so dass sie gut als Aushängeschild taugen?
Ich bin eigentlich gar nicht scharf auf eine Antwort, weil sich mir schon die nächste Frage aufdrängt:
Finden Frauen zwischen 55 und 65 „offline“ nicht mehr das, was sie „online“ zu finden hoffen? Und wenn ja: Spricht das nicht eher gegen unsere Gesellschaft und nicht etwa für Facebook & Co.? Denn genau diese Gesellschaft wird man ja wohl auch dort antreffen, wenn es sich bei den Facebook-Usern nicht um 400 Millionen Scheinidentitäten oder Außerirdische handelt.

„Ashton Kutcher und Ellen DeGeneres haben mehr Freunde auf Twitter als es Einwohner in Irland, Norwegen und Panama zusammen gibt.“

Irland, Norwegen und Panama haben zusammen so viele Einwohner wie: … Bayern.
Ups! Das hört sich aber jetzt schon ein bisschen weniger an als vorher. Man schindet halt gleich etwas mehr Eindruck, wenn man drei eigenständige Länder nennt. Der Autor hätte auch „12 Mio. Einwohner“ schreiben können. Oder auch Simbabwe oder Kuba. Oder vielleicht doch besser „mehr als Guinea-Bissau, Estland, Gabun, Botsuana, Namibia und die Mongolei zusammen“? Welche Vergleiche man auch hernimmt, sie geben diesem Pro-Social-Media-Argument – in der vorliegenden deutschen Übersetzung - nicht den Sinn, den der gesunde Menschenverstand erwartet.
Würde ich mich täglich 8 Std. nur um meine Freunde kümmern und mir für jeden Kontakt nur 1 Minute Zeit nehmen, dann brauchte ich, um alle 12 Mio. Freunde einmal kontaktiert zu haben, 68,5 Jahre. Das hieße, ich könnte mit jedem meiner Freunde nur alle 68,5 Jahre für 1 Minute in Verbindung treten. Ich weiß ja nicht, wie alt Twitter-User maximal werden, aber über einen so langen Zeitraum täglich 8 Stunden immer nur twittern, das würde ich nicht einmal als Lomatia tasmanica wollen.
Hätte man hier das deutsche Wort „Freunde“ nicht vergewaltigt und „followers“ korrekt ins Deutsche übertragen, ergäbe der obige Satz noch Sinn. Doch in dieser Form ist er ein typisches Bauernfängerargument.

„78% der Konsumenten vertrauen Empfehlungen aus ihrem sozialen Umfeld. Nur 14% vertrauen der Werbung.“

Ein sehr schöner Satz, der mir sagt, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit nur 14% diesem Video vertrauen würden. Was mir der Satz darüber hinaus noch suggerieren will: Social Networking ist gut, Werbung treiben ist schlecht. Wozu aber dann dieses Video? Denn es handelt sich dabei ja schließlich eindeutig um Werbung.

„Nur 18% der TV-Werbung ist rentabel. 90% die die Möglichkeit haben, Werbung wegzudrücken tun es.“

Natürlich tun sie das nur im Fernsehen, nicht im Internet. Dort lieben sie die Werbung so heiß und inbrünstig, dass sie jedes Pop-up am Bildschirm gerne festtackern würden, nur damit es ja nie mehr verschwindet.
Einfach unfassbar, mit welch plumpen Argumenten man versucht, Leute für dumm zu verkaufen.

„Social Media ist keine Modeerscheinung. Es ist eine radikale Veränderung unseres Kommunikationsverhaltens.“

Eine „radikale Veränderung“ ist noch lange kein Grund, sich darüber zu freuen. Eine radikale Veränderung wäre es nämlich auch, wenn wir heute noch alle quietschvergnügt und morgen alle tot wären.

„Erfolgreiche Social Media Unternehmen verhalten sich mehr wie Partyveranstalter, Aggregatoren und Kontentanbieter als wie traditionelle Werbeunternehmen.“

… ja, fast möchte man sagen, sie verhalten sich eher wie Mutter Theresa als wie Ivan der Schreckliche. Sie verhalten sich so selbstlos, aufopfernd und völlig uneigennützig, dass man sie für den Friedensnobelpreis der Marketingkommunikationsbranche vorschlagen möchte, während man den traditionellen Werbeunternehmen bestenfalls die letzte Ölung wünscht. Und so sprach der alte Werbewolf mit heller Stimme: „Macht auf, meine lieben Social Media-Geißlein! Ich bin’s, eure Mutter. Ich hab euch leckere Sachen mitgebracht. Blogs, Wikis, Podcasts, Foto-Sharing, Livestream, … Macht auf, ich will wie immer nur euer Bestes: Euer …“

Was soll man dazu noch sagen und singen?

“That’s the way aha aha I hype it aha aha” … Oder auch nicht.

„Are you ready?

Gehirnwäsche vollzogen? Wenn nicht, dann noch ein letztes Wort: Diese Kritik richtet sich nicht gegen Social Media – das wäre ja zu absurd, sondern nur gegen den Versuch, alten Wein in neue Schläuche zu gießen. Wie sagt der Volksmund? Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen. Oder wie es ein kluger Spekulant ausdrücken könnte: Ein Hype ist ein Berg aus lauter Dummköpfen.

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Werbung möchte Menschen animieren, etwas zu tauschen. Geld gegen Ware. Meinung gegen Meinung. Verhalten gegen Verhalten. Doch was heißt das eigentlich: tauschen?

Ein Blick auf die Ahnenreihe des so unbedenklich klingenden Wortes offenbart Merkwürdiges: tauschen geht, genau wie täuschen, auf tiuschen und tuschen zurück, was so viel bedeutet wie unwahr reden, lügnerisch versichern, Spaß treiben mit. Und der Tausch – entstanden aus tusch – meinte ursprünglich Spaß, Gespött, Schelmerei, Täuschung.

Regt also Werbung zur Täuschung an?

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Goodbye, Denglisch!

Einer repräsentativen Studie des Mannheimer Instituts für Deutsche Sprache zufolge hat die Liebe zur Deutschen Sprache zugenommen. Das Interesse daran hat sich in den letzten zwölf Jahren fast verdreifacht und mittlerweile würden sogar positive Emotionen damit verknüpft. 47 Prozent der Befragten verbinden damit „Liebe“, 56 Prozent „Stolz“, 51 Prozent empfinden sie als „anziehend“, 76 Prozent als „schön“. Ebenfalls positiv entwickelt sich die Einstellung der Deutschen zu ihren Dialekten. Die höchsten Anteile an Dialektsprechern haben das Saarland, Bayern, Baden-Württemberg und Ost-Berlin. Als besonders angenehm unter den Dialekten wird das Norddeutsche empfunden.
(Quelle: Deutsche Sprache, schöne Sprache, PSYCHOLOGIE HEUTE, Heft Januar 2010.)

Und wie wirkt sich dieser Trend im Extremfall auf die Werbung aus?
IKEA: „Wohnst‘ no? Odder labbst scho?“
EDEKA: „Mia meng wos z`Fressn.“

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Stoßgebet für Stoßverkehr?

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Kürzlich stolperten meine Augen über diesen PKW, der neben einer Kirche parkte. Die optische Hürde war für sie einfach zu groß, als dass sie ungehindert hätten darüber hinweg s(g)ehen können. Als ich die Farbkombination Silbergrau-Schwarz-Gold erblickte, wusste ich sofort – warum auch immer: “Das muss etwas Religiöses sein!” In Begleitung hatte dieser erste Gedanke einen zweiten, der da lautete: “Die Motorhaube sieht aus wie ein Grabstein.” Die Trägheit meiner Masse hatte mich schon ein Stück weit an dem blechernen Schriftstück vorbei bewegt, als ich die Bremse trat, den Rückwärtsgang einlegte und meine Füße vor dem Kühlergrill dieses ominösen Objektes einparkte. Was ich in altdeutscher Frakturschrift nun las, nötigte mir ein breites Grinsen ins Gesicht.
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“VW unser im Himmel, geheiligt werde … etc. etc. … In Ewigkeit Vollgas.”
So, so, da ist also ein Ökosünder unterwegs (vermutlich gerade in der Kirche bei der Beichte), der das “Vater unser” für seine Zwecke missbraucht, um dem ungebremsten Fahrvergnügen zu huldigen. Doch ist es ihm auch bewusst, so fragte ich mich, dass aufgrund der Farbkombination und der Schriftform sein Tod gleich mitfährt, ohne explizit genannt zu werden? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, suchte ich an dem Fahrzeug nach weiteren Informationen und fand sie auf der Heckscheibe. In goldenen Lettern leuchteten dort die Kontaktdaten eines Unternehmens für Sandstrahlarbeiten, Beschriftungen, Aluminiumbeschichtungen etc. etc.
Mmmmh …. mmmmh … jaaaaa … Was soll man da sagen? Gute Werbung oder schlechte?
Ohne die Frage abschließend beantwortet zu haben, setzte ich in Gedanken ans Ende des Gebetes - statt des fehlenden AMEN - ein OMEN.

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Physisches Gewicht und abstrakte Bedeutung sind eng miteinander verknüpft. Was physisch mehr Gewicht hat, wird auch als wichtiger und bedeutsamer empfunden. Zu diesem Ergebnis kamen die Forscher Nils Jostmann, Daniel Lakens und Thomas Schubert aufgrund einer Studie, in der unterschiedlich schwere Klemmbretter die Entscheidungen von Probanden beeinflussten.
Können wir daraus nun folgern, dass ein Katalog bedeutsamer wirkt als ein Prospekt? Die Anzeige in einer dicken Zeitung ernster genommen wird als in einer dünnen? Die Nachrichten in einem Magazin als wichtiger empfunden werden als die im Internet? Ein Werbetext auf einer Tontafel glaubhafter wirkt als auf einem Blatt Papier? Und wie sähe es aus, wenn es Städte auf dem Mond gäbe? Würde sich Werbung in der Schwerelosigkeit überhaupt lohnen?

Quelle: Eine Sache von Gewicht, PSYCHOLOGIE HEUTE, Heft Januar 2010.

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