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Schneewittchen ohne Zwerge

 

Es war einmal vor langer Zeit im Lande namens Gerryland, da saß ein kleiner Produzent mit dicker Brille und bastelte aus Stimmen, Geräuschen und Musiken kleine Werbespots. Als die Nacht hereingebrochen war und alle anderen Einwohner das Land bereits verlassen hatten, da packte auch der kleine Produzent mit der dicken Brille seine Siebensachen, löschte das Licht und schlenderte zur Tür. Es war eine Drehtür. Eine vollautomatische Drehtür! Sie war so vollautomatisch, dass sie plötzlich ohne erkenntlichen Grund vollautomatisch ihren Geist aufgab, just in dem Moment, in dem zwei ihrer Glasflügel gemeinsam mit dem Türrahmen einen geschlossenen stehenden Glassarg bildeten. In diesem Glassarg stand nun der kleine Produzent und schaute so verdutzt wie die Sieben Zwerge, nachdem sie das tote Schneewittchen gefunden hatten. Was war passiert? Warum war die blöde Tür plötzlich eingeschnappt? Vermutlich hatte er etwas gesagt, was die Drehtür in den falschen Hals gekommen hatte – so wie Schneewittchen den vergifteten Apfel. Also begann er, besänftigend und beschwörend auf die Tür einzureden. „Sesam öffne dich!“ … Und: „Rucke di gu, rucke di gu, dreh dich im Nu!“ … Und: „Knusper, knusper, kneuschen, ich will aus dem Häuschen!“ Jedoch: die Tür blieb eingeschnappt, und kein Prinz war weit und breit, ihn zu befreien. Da wusste er: es blieb ihm keine andere Chance, als es mit dem Erlkönig zu versuchen – vorletzter Vers, zweite Zeile.